Babymassage: Hautkontakt und Sinneserfahrung

Kaum etwas ist für Babys in den ersten Lebensmonaten wichtiger als intensiver Hautkontakt. Liebevoll berührt und gestreichelt zu werden, ist für die Kleinen genauso wichtig, wie zu essen und zu trinken und die notwendige Basis, um später selbst Liebe weitergeben zu können. Eine Babymassage ist dafür perfekt geeignet: Sie ist eine wertvolle Sinneserfahrung, stärkt seelisches und körperliches Wohlbefinden, regt den Kreislauf an, lindert Bauchschmerzen und ist eine tolle Methode zur Entspannung.

Besonders ans Herz zu legen ist die sogenannte „Leboyer-Babymassage“ – eigentlich eine uralte, traditionell indische Massage, die nach dem französischen Gynäkologen und Geburtshelfer Frédérick Leboyer benannt wurde, da er die Methode aufgegriffen und in den westlichen Kulturen weiterverbreitet hat. Das prägnante daran sind vor allem die sehr sanfte Ausführung und die wiederkehrenden fließenden Bewegungen, die wellenartig ineinander übergehen, so dass der Kontakt zum Kind nie unterbrochen wird.

Und so geht die Babymassage nach Leboyer (beispielhaft):

  • Heize einen Raum auf 25 bis 26 Grad auf, da du dein Baby am besten komplett nackt massierst; auch das Babyöl kannst du vorher auf die Heizung stellen
  • Lege deinem Baby zur Begrüßung und Vorbereitung auf die Massage deine Hände auf die Brust auf
  • Verteile etwas Babyöl in deinen Händen. Am besten eignen sich übrigens naturbelassene, kaltgepresste Pflanzenöle wie Olivenöl, Mandelöl oder Kokosöl
  • Fange mit den flachen Händen an der Brust an und streiche nach außen zu den Oberarmen
  • Umfasse die Beine am Oberschenkel und streiche sie mit einer melkähnlichen, drehenden Bewegung zu den Zehenspitzen hin aus; wenn du mit deiner einen Hand unten angekommen bist, setzt du mit der anderen Hand wieder oben am Oberschenkel an
  • Dasselbe an den Armen: umfasse sie und streiche sie mit Melkbewegungen zur Hand hin aus; benutze deine Hände immer im Wechsel
  • Händchen und Füßchen massierst du mit deinem Daumen: über die Handinnenfläche zu den Fingern, die Finger einzeln zupfen; bzw. die Fußsohle von der Ferse zu den Zehen hin ausstreichen und die Zehen einzeln zupfen
  • Gegen Bauchweh: bewege deine Finger mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel
  • Zur Verabschiedung streichst du einmal ganz sanft vom Kopf zu den Füßen und legst danach deine Hände wieder auf die Brust deines Babys auf

Wichtig: Alle Griffe sollten sehr sanft und langsam ausgeführt und 10 bis 15 Mal wiederholt werden. Schaue aber immer, was dein Baby möchte und massiere nur so lange es noch aufmerksam ist und Lust darauf hat!

Buchtipp: Leboyer, Frédérick: „Sanfte Hände: Die traditionelle Kunst der indischen Babymassage“, Kösel-Verlag, 2007