Rectusdiastase – Was ist das eigentlich?

Mai 13

Rectusdiastase – Was ist das eigentlich?

Nicht nur für Mütter ist dieses Thema Alltag. Auch Frauen, Männer und sogar Kinder können sie bekommen. Aber was genau ist eine Rectusdiastase eigentlich? Wir erklären was genau es damit auf sich hat, welche Ursachen verantwortlich sein können und zeigen 2 Übungen, welche sich ideal in den Alltag integrieren lassen.

Rectus kommt aus dem Latein und steht für den geraden Bauchmuskel, den „Musculus rectus abdominis“. Dieser besteht aus zwei langen Strängen und wird mittig von Bindegewebe zusammengehalten. Diastase ist Griechisch und bedeutet „Spaltung“. Betroffene Frauen, Männer und Kinder haben also eine Bauchmuskelspaltung. Das Bindegewebe in der Mitte ist ausgedünnt und die Muskulatur hat ihre übliche Position verlassen und wurde durch die immense Dehnung nach außen verlagert.

Ursache für die Entstehung einer Rectusdiastase kann eine Veranlagung zu schwachem Bindegewebe, eine Schwangerschaft, Übergewicht, exzessives Krafttraining, Überlastung oder sogar eine schlechte Körperhaltung sein. Zudem kann die Ursache auch in der Kindheit liegen, denn kleine Kinder haben bis zum dritten Lebensjahr eine gesunde Rectusdiastase, um den Organen bis zum großen Wachstumsschub Platz zu machen.

Wichtig ist dabei jedoch, egal wie es zur Bildung der Bauchmuskelspaltung kommt, diese frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln. Auch nach vielen Jahren mit der Diastase kann der Bauch behandelt werden, um weitere Spätfolgen zu vermeiden. Zu diesen gehören zum Beispiel Rückenschmerzen, die durch das nicht mehr vorhandene muskuläre Gleichgewicht des Körpers und damit entstehende Überlastung entstehen. Außerdem kann es zu Fehlatmung und Beckenbodenproblemen kommen, da die Bauchmuskulatur sehr eng mit dem Beckenboden und dem Zwerchfell zusammenarbeitet. Organe werden so nicht mehr gut gehalten und es kann zu Verdauungs- & Senkungsproblemen kommen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die ästhetischen Probleme, wenn der eigene Bauch auf einmal viel weicher ist als sonst, und sich vorwölbt.

Wie kann eine ausgeprägte Rectusdiastase behandelt werden?

Durch gezieltes Training, und richtiges Verhalten im Alltag versucht man, die zwei Muskelstränge auf natürliche Weise anzunähern. Bei Unsicherheit, oder einer sehr ausgeprägten Rectusdiastase, sollten unbedingt ein Feedback und/oder eine Therapie, durch einen geschulten Physiotherapeuten, erfolgen.

Wichtige Tipps für den Alltag: Der Rücken sollte bei täglichen Aktivitäten, die mit Bücken und Heben verbunden sind, gerade sein, und nicht rund wie ein Buckel. Hierzu kann man bei Aktivitäten auf dem Boden auch gerne statt der Hocke ein Bein aufstellen. Außerdem sollte man beim Hinlegen und Aufstehen darauf achten, dass man es nur über die Seite macht, um den Druck auf den Bauch zu vermeiden.

2 Übungen für den Alltag:

Die Grundspannung: In Rückenlage stellst du deine Beine auf, lockerst deinen Schultergürtel und deinen Nacken komplett. Mache ein leichtes Doppelkinn und ziehe dich vom Scheitel über den Steiß in Richtung Füße, sodass du deine Wirbelsäule virtuell „langziehst“.  Einatmung durch die Nase und die Ausatmung über den Mund. Mit der nächsten Ausatmung aktivierst deinen Beckenboden machst den Unterbauch flach und deine Taille eng. Stelle dir vor, rund um die Wirbelsäule entsteht Energie. Bei der Einatmung entspannst du. (10-15 saubere Wiederholungen). Dies kannst du auch im Stand ausprobieren und es so oft in den Alltag integrieren.

Der Seitstütz: Du gehst in der Seitlage auf Ellbogen und Unterarm und deine Knie und Unterschenkel. Führst wieder die Grundspannung durch und hebst dein Becken bis sich eine gute Diagonale ergibt. Dort hältst du oder bewegst dein Becken auf und ab ohne abzulegen. (10-15 Sek. verweilen; 3x Wdh.)

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